Februar 19, 2017

SUNDAY SOULTALK #26: Wie man als Blogger Geld verdient.

Fashion-Blog-Blogger-Random-Lifestyle-Beauty-Modeblog-Inspiration-Deutschland-Lauralamode-Munich-Muenchen

"Blogger? Und mit sowas verdient man Geld?" "Du bist Full Time Blogger? Willst du nicht was Richtiges machen? Einen ernsthaften Job? Der dich weiter bringt?" "Ist dein ganzer Blog und dein Content gekauft, wenn du damit Geld verdienst?" "Influencer? Was soll das denn sein?"


Fragen über Fragen, mit welchen ich ungefähr täglich konfrontiert werde. Seit Anfang 2016 habe ich meinen Germanistik Bachelor in der Tasche und stecke seitdem all meine Kreativität und meine Leidenschaft in mein Baby - meinen Blog. Lauralamode (bzw. zu Entstehungszeiten noch Modeprinzesschen) ist 2011 entstanden und ich habe nun mein Hobby zu meinem Beruf gemacht. Ich  verdiene nun mein Geld mit meiner Leidenschaft. Ich bin nun selbstständig. Selbst und Ständig. Viele Menschen verstehen leider nicht, wie viel Arbeit sich in einer Selbstständigkeit verbirgt. Wie viel Arbeit der Beruf als Blogger mit sich bringt. Dass man nicht einfach nur täglich lächelnd für ein paar Fotos vor die Kamera stellt, das Gesicht des Blogs ist und ab und zu mal auf ein Event geht. Nein Freunde, im Alltag eines hauptberuflichen Bloggers sind auch solche langweiligen Dinge wie Steuern und Buchhaltung, zahlreiches Beantworten von Emails und stundenlanges Bearbeitung von Bildern und Videos enthalten. Es stehen beinahe tägliche Shootings für Blogposts und für Social Media an, Texte für Blogposts müssen verfasst werden, Affiliate Links integriert werden (dazu komme ich nachher noch) und auch persönliche Meetings, Veranstaltungen und Showroombesuche gehören zum Beruf als Blogger dazu.


Fashion-Blog-Blogger-Random-Lifestyle-Beauty-Modeblog-Inspiration-Deutschland-Lauralamode-Munich-Muenchen

Showroombesuche, Meetings bei Agenturen oder auch Pressdays werden mir nicht bezahlt. Gerade die Pressdays nehmen oftmals ganze Tage ein, in welchen ich wiederum nicht am Schreibtisch arbeiten kann. Ich würde nicht sagen, dass ich an diesen Tagen "umsonst" arbeite, denn Meetings, Showroombesuche und Pressdays können mir wieder viele spannende Kunden und tolle Kooperationen einbringen. Auch Events werden im Normalfall nicht bezahlt (Ausnahmen gibt es immer, wenn man z.B. einen vergüteten Bericht über das Event oder die Veranstaltung schreibt), sind aber auch oft ziemlich zeitaufwendig und bestehen nicht nur aus Drinks schlürfen und Fingerfood schlemmen. Ich will mich absolut nicht beschweren - ich liebe meinen Job! Doch wenn Leute denken, dass man als Blogger nur ab und an mal ein Foto oder einen Blogpost hochlädt und sonst mit einer traumhaften Freizeit beglückt wird, der denkt ganz schön falsch. Und Sprüche wie "Ach komm, du weißt doch gar nicht, was richtige Arbeit ist!", machen mich immer wieder wütend. Wer sich für den Schritt zur Selbstständigkeit entscheidet, der muss auch damit rechnen, viel und hart zu arbeiten. Dass man Disziplin aufbringen muss und keine festen Arbeitszeiten hat. Dass man die Arbeit selbst sehen und erledigen muss. 12 Stunden Tage? Arbeiten bis 23h oder 24h nachts? Keine Seltenheit. Auch Wochenenden oder Urlaub gibt es nicht wirklich. Man arbeitet eigentlich rund um die Uhr, außer man nimmt sich absichtlich eine Auszeit (ich kann am Besten abschalten, wenn ich mit Freunden oder meiner Familie unterwegs bin). Doch Freunde - ich liebe meinen Job und möchte um Nichts in der Welt mit einem anderen Berufsfeld tauschen!

Doch wie verdient man denn als Blogger oder als Influencer sein Geld? Zuerst einmal muss man sich klar vor Augen führen, dass man nicht von heute auf morgen bezahlte Kooperationen eingehen kann oder zahlreiche Anfragen in seinem Postfach findet. Bei mir hat es einige Zeit gedauert, bis ich meine erste Kooperation mit einem Online Shop auf Produkt-Vergütungs-Basis eingehen durfte und ich habe mich gefreut wie nochmal was! So habe ich meinen Blog auch erstmal weitergeführt,  Content aufgebaut, mein Template und die Ästhetik meines Blogs stetig verbessert. Nach einiger Zeit war ich dann soweit, dass ich nicht nur Posts mit Produktvergütung, sondern auch bezahlte Kooperation eingehen konnte. Die gängigsten Wege, mit einem Blog Geld zu verdienen, stelle ich euch jetzt einfach mal vor.

Sponsored Posts / Advertorials

Advertorials oder auch bezahlte Blogposts / Social Media Posts, sind mir die liebste Einnahmequelle. Ich würde auch sagen, dass ich diese Art von Zusammenarbeit meinen Hauptverdienst ausmacht. Im Normalfall kommt der Kunde oder die PR Agentur direkt auf mich zu und fragt, ob man mit der Marke eine Kooperation eingehen möchte. Egal ob Themen aus dem Lifestylebereich, Mode, Beauty oder Interior - hier geht es meistens darum, ein bestimmtes Produkt auf dem Blog zu bewerben, Links zu setzen und Bilder in den Post zu integrieren. Wichtig ist mir hierbei immer, dass das Produkt zu mir und zu meinem Content passt, ich meine eigene Meinung einbinden kann und mir auch kein Text vorgelegt wird. Mit Advertorials bzw. mit dem Bewerben von bestimmten Produkten oder Marken verdienen wir Blogger unser Geld, doch die Kooperation soll zu unserem restlichen Content passen und authentisch wirken. Oft schreibt man dem Kunden ein Konzept, in welchem man sein persönliches Kooperationsmodel oder seine Idee für die Kooperation präsentiert und auch gleich seine Budgetvorstellungen angibt. Hier kann ich euch nur empfehlen: Erstellt euch ein ausführliches Media Kit, in dem ihr Informationen über euren Blog, Social Media Channels, Reichweite, Preise  und bisherige Kooperationsbeispiele einbaut. Somit könnt ihr dem Kunden immer direkt einen Überblick bieten, wie eine Zusammenarbeit mit euch abläuft und euren Blog auf einen Blick vorstellen. Gesponserte Beiträge müssen übrigens immer gekennzeichnet werden, da ihr euch sonst strafbar macht. Auf meinem Blog kennzeichne ich Advertorials z.B. immer mit einem "*in friendly cooperation with..." am Ende des Beitrags und bei Social Media mit den Hashtags #ad oder #sponsored. Die Preise der Advertorials können immer variieren, das hängt von den Faktoren Reichweite, eurem bisherigen Content, der Marke bzw. Agentur und dem Aufwand der Kooperation ab. Ich verlange für einen einzelnen Post in Instagram natürlich deutlich weniger, als für einen ausführlichem Blogpost mit passenden Social Media Posts und vielleicht noch einem Video auf meinem YouTube Channel.

Fashion-Blog-Blogger-Random-Lifestyle-Beauty-Modeblog-Inspiration-Deutschland-Lauralamode-Munich-Muenchen

Blogger Agenturen

Es gibt zahlreiche Agenturen, die sich mittlerweile auf die Zusammenarbeit mit Influencern spezialisiert haben. Beispiele hierfür sind Sponsored Posts, Fab4Media, Cover PR oder blogfoster. Die Zusammenarbeit mit den Agenturen unterscheidet sich von Agentur zu Agentur - im Normalfall sind die "Blogger Agencys" eine Unterstützung für euch und helfen dabei, Kooperationen und potenzielle Partner zu vermitteln. Je nach Agentur werden euch von der Vergütung der Kooperation Agenturprovisionen abgezogen, die Höhe der Provision kann sich auch hier unterscheiden. Ich bin eher der Typ "Selbst ist die Frau" und liebe es, alles allein zu erledigen. Ich möchte meine Mails selbst beantworten und auch meine Kooperationspartner auf eigene Faust (auf)suchen. Wer allerdings anfangs ein wenig Hilfe braucht oder sogar schon so "groß" ist, dass man sich vor Mails und Anfragen nicht mehr retten kann, der sollte sich vielleicht nach einer passenden Agentur umschauen, die einem bei solchen Tätigkeiten hilft.

Affiliate Marketing

Auch hiermit lässt sich als Blogger gut Geld verdienen. Affiliate Websites wie Tracdelight, Zanox, affili.net oder rewardstyle verbinden Brands oder Shops (Advertiser) mit Bloggern und Influencern (Publisher) und bieten zahlreiche Tools wie Widgets, Banner, Video Gallerys, eigene Shops und Boutiquen oder auch Banner an, mit welchen man als Publisher Geld verdienen kann. Das Geld fließt in unsere Geldbeutel, indem die Leser unserer Blogs oder unserer Social Media Channels auf die Produkte der Widgets, Banner oder der Links klicken oder womöglich sogar etwas aus dem Shop kaufen - hier bekommt man dann je nach Shop eine unterschiedliche Vergütung anhand von Provision (Pay Per Sale / PPS). Auch durch Klicks auf die Produkte kann man sich manchmal etwas dazuverdienen (Pay Per Click / PPC). Bei meinen Outfits könnt ihr beispielsweise in einem Widget zwischen meinen Outfitbildern ähnliche oder sogar die gleichen Produkte nachkaufen und in meiner Boutique nach meinen aktuellen Lieblings-Pieces stöbern. Die Vergütung unterscheidet sich immer von Monat zu Monat - je größer die Reichweite des Blogs ist, desto mehr Geld verdient man mit dem Affiliate Marketing.

Model / Event

Da man als Blogger ja meist sowieso öffentlich in der Welt steht, werden oft Agenturen oder Marken aufmerksam, die den Blogger als Model buchen. Egal ob für eine TV Werbung, für Haar Kampagnen, Laufstegjobs oder für ein Showroom-Event: mittlerweile sieht man immer öfter Blogger oder Influencer vor der Kamera, auf Werbungen, im TV oder auf den Laufstegen der Fashion Week. Auch ich wurde schon öfter durch meinen Blog als Model gebucht und finde solche Jobs sind eine  gute Abwechslung zum reinen "Blogger Job". Schon bevor ich angefangen habe zu bloggen, stand ich gerne vor der Kamera und hatte ab und zu kleine Modeljobs. Wie ich vorhin schon kurz erwähnt habe, kann man sich als Blogger oder Influencer auch für Auftritte oder reine Besuche auf Events und Veranstaltungen vergüten lassen. Ich selbst lasse mich ungerne für reine "Eventbesuche" vergüten, sondern berichte lieber vor Ort oder im Anschluss von dem Event, damit auch ihr etwas von dem Event habt und der Besuch einen Mehrwert für meinen Content hat. 

Eigenes Design / Kollektion

Als letzte Vergütungsstrategie für Blogger würde ich den Punkt "eigenes Design" oder "eigene Kollektion" aufführen. Auch hier ist es wieder gut, schon eine gewisse Reichweite und einen guten Content auf dem Blog zu haben, denn wenn man schon eine gute Anzahl an Follower und Leser vorweisen kann, steigt natürlich auch die Chance, seine Produkte auf den Markt zu bringen bzw. Produkte überhaupt zu verkaufen. Einige Blogger haben z.B. eigene Kollektionen bei bekannten Brand wie Stilnest, andere gründen eigene Brands / Designs, wie z.B. Chiara Ferragni


Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die finanzielle Welt der Blogger und Influencer verschaffen und ein paar Fragen von euch beantworten! Solltet ihr noch etwas wissen wollen, lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen oder schreibt mir eine Mail an lauralamode@web.de. xx