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Juli 24, 2016

SUNDAY SOULTALK #15: Und plötzlich war der Terror vor der Tür.



Freitag Abend. Ich sitze am Schreibtisch und arbeite, als das Telefon klingelt. Mein Bruder fragt nach, ob wir alle zu Hause sind und ob es uns gut geht. Meine Mama kommt aufgelöst in mein Zimmer und sagt: "Mach mal schnell den Fernseher an!". Ich schalte direkt auf N24 und kann meinen Augen und Ohren kaum trauen - Schüsse im OEZ sollen gefallen sein, die ganze Umgebung wurde abgesperrt, München ist lahmgelegt. Unglaublich. Ich habe selbst mal eine Zeit lang in einem Laden im OEZ gearbeitet und war dort selbst auch schon einige Male shoppen. Auch im Mc Donald´s, aus dem während dem Attentat schreiende Kinder geflüchtet sind, war ich schon öfter und habe mir meine Pommes bestellt. Es ist so surreal. Nachdem ich alle Freunde und meine Familie kontaktiert und mich versichert habe, dass alle in Ordnung und in Sicherheit sind, habe ich mich wieder vor den Fernseher gesetzt und bis tief in die Nacht Nachrichten geschaut. Videos gesehen, die gezeigt haben, wie Menschen in Todesangst durch die Gegend laufen. Den Täter auf dem Dach des OEZ. Wortgefechte. Angebliche weitere Anschläge am Stachus, am Tollwood und an weiteren Plätzen in München. Was ist da los bitte? Ein stillgelegtes München. Mein München, das bisher irgendwie immer als so sicher galt. Auch wenn der Terror immer näher kam, waren die Anschläge doch noch so weit weg. Paris, Nizza und schließlich auch Würzburg. Es hat uns alle getroffen, wir waren alle schockiert, haben es aber wohl nicht direkt an uns rangelassen. Und jetzt plötzlich so nah.
Mysteriöse Verschwörungen, Theorien und politische Meinungen zu diesem Anschlag will ich hier gar nicht äußern, das bleibt jetzt in erster Linie Thema der Polizei, der Ermittlungen und den gehirnlosen (sorry für den Ausdruck, aber anders kann man das irgendwie gerade nicht sagen) Menschen, die meinen, ihre persönlichen Theorien in den sozialen Medien rausspucken zu müssen, vor der Kamera in Tränen ausbrechen und Anschläge wie diesen hier als PR Zwecke nutzen. Klar wird man gerade als Blogger oder als Person, die in der Öffentlichkeit steht, öfter mal gefragt, ob man denn kein Statement zu den aktuellen Vorfällen abgeben möchte. Und ganz ehrlich? Mir fehlen einfach oft selbst die Worte. Ich habe auch Angst, gar nicht die richtigen Worte zu finden, um meine Inneren Gefühle zu beschreiben. Ich will nichts Falsches sagen, will nicht die Opfer und die Angehörigen verletzten. Ich bin einfach sprachlos. Nachdem ich heute Nacht kaum geschlafen habe, bin ich auch heute noch richtig unruhig und habe ein mulmiges Gefühl in mir. Trotzdem muss sich die Welt irgendwie weiterdrehen, wir sollten mit einer gewissen Vorsicht, aber nicht mit einer Panik in die Welt sehen. Denn genau diese Panik verbreitet sich in Windeseile im Umfeld, so wie auch gestern in München. Wir sollten versuchen, so viel Friede und Liebe wie möglich an die Menschen und an die Welt zu verteilen, die Mitmenschen so behandeln, wie wir behandelt werden wollen und versuchen, mehr "miteinander" und nicht "nebeneinander" zu leben. #spreadsomelove #prayfortheworld #peaceandlove