ABOUT     CONTACT    FOLLOW    BOUTIQUE    CLOSET    IMPRESSUM
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mai 16, 2016

SUNDAY SOULTALK #11: Als noch alles einfach war.



Ich habe das Gefühl, je älter wir werden, desto weniger wissen wir eigentlich, was wir wollen. Das fängt an bei unserem Bildungsweg, bis hin zur Arbeitssuche und hört bei dem Festlegen des Beziehungsstatus auf. An was will ich mich binden? Wie soll meine Zukunft aussehen? Habe ich im Moment Zeit/den Nerv/Lust auf eine feste Beziehung? Möchte ich den derzeitigen Job wirklich für mein Leben lang machen? Fragen über Fragen. Früher war das alles irgendwie einfacher. Da musste ich mich nur entscheiden, mit welchen Freunden ich heute Nachmittag auf den Spielplatz gehe, ob wir am Schulhof Seilspringen möchte oder doch lieber Karten zocken und später dann, ob ich jetzt den blonden Typen ein schüchternes Lächeln schenken soll oder ob ich doch lieber den großen Brünetten süß finde. Auch eine Beziehung zu führen war früher irgendwie einfacher. Mithilfe von Zetteln mit Kästchen und der Frage: "Willst du mit mir gehen?" - JA; NEIN; VIELLEICHT - wurde der Beziehungsstatus festgelegt und schon war man irgendwie zusammen. Fremdgehen, großen Streit, Vertrauen und die Frage ob man jetzt wirklich fest zusammen ist, gab es damals nicht. Heute gestaltet sich das Ganze ein schwieriger. Vor allem was das Thema Männersuche angeht. Ich frage mich immer, was meine Mädels in meinem Umkreis so anders machen als ich, da sie teilweise IMMER in einer Beziehung sind. Sie gehen eine Beziehung ein, irgendwann ist diese zu Ende und schon steht der Nächste parat. Könnte ich das? Ganz klar: NEIN. Und dabei ist es egal, ob der Typ mich verlassen hat oder ob ich diesen Part übernommen habe. Ich muss zwar ehrlich sagen, dass ich selten Gefühle zeige, tief in meinem Inneren aber doch eine sehr sensible Person bin. Trennungen gehen nicht einfach an mir vorbei und bei mir dauert es oft Monate, wenn nicht sogar Jahre bis ich Schicksalsschläge verdauen kann. Auch das war früher irgendwie einfacher. Heute frage ich mich ebenso: Wo treffe ich DEN RICHTIGEN? Früher war das dann eben der M. von nebenan, der A. aus der Klasse oder der T. aus der Spielgruppe. M., mit dem ich vor Kurzem ein nettes Gespräch im Club hatte und mit ihm Nummern ausgetauscht hat, stellte sich dann im Nachhinein als verheirateter Mann heraus. A., den ich bei Tinder gematcht habe, hat seit ein paar Jahren eine Freundin und T., in den ich mich auf den ersten Blick verschaut habe, hat einfach kein Interesse an etwas Ernstem. Mal wieder blöd gelaufen. Wo finden wir heutzutage noch jemanden, mit dem einfach mal alles stressfrei und einfach abläuft? So wie damals? Der sich nicht gleichzeitig mit drei Frauen aus Tinder trifft, der vielleicht eine Frau zuhause sitzen hat, die auf das Baby aufpasst, während er mit Frauen im Club flirtet und vor allem einen "richtigen" Mann, der nicht mehr nur daran interessiert ist, so viele Frauen wie möglich mitzunehmen, bis er dann letztendlich fest unter der Haube ist? Wenn ich mal wieder solche wunderbaren (Vorsicht, Ironie!) Erlebnisse mit Männern habe, will ich nur noch eins - wieder jung sein. Denn da war irgendwie alles einfacher, ich wusste was ich will, ich wusste, was der Andere will und irgendwie war alles stressfreier, einfacher und entspannter. Ich habe manchmal das Gefühl, heute kann fast nichts mehr einfach ablaufen, immer muss man sich viele Gedanken machen, bevor man etwas tut (ist das jetzt auch WIRKLICH das Richtige?), man will so viel wie möglich über den Mann herausfinden, den man morgen datet und wird dann im Nachhinein meist doch enttäuscht. Auch wenn man sich wirklich mit großer Mühe, viel Stress und Elan in die Sache gestürzt hat und sich im Nachhinein wieder mal Gedanken drum macht, wieso nicht einfach mal alles EINFACH laufen kann.